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1976

75 Jahre „Schnüsse Tring“ galt es zu feiern. Und das Jubiläum sollte vor allem ein Dankeschön an alle Mitglieder und Freunde sein, die viele Jahre lang der Gesellschaft treu geblieben sind. Am 13. Januar 1976 traf sich am frühen Abend im großen Börsensaal der Industrie- und Handelskammer zu Köln eine erlauchte Gesellschaft: 600 Gäste erlebten 75 Jahre Gesellschaftsleben in bunten Bildern und Szenen und hatten danach Gesprächsstoff für den Rest der in diesem Jahr langen Session.

Der Jubiläumskommers fand seine Bestätigung noch am selben Abend: Keiner der Gäste, darunter 180 Herren des „offiziellen“ Kölner Karnevals, verließ den Saal vor dem großen Finale „De Gratulante kumme!“, bei dem kurz vor Mitternacht in einem einmalig bunten Bild mehr als 25 Korps und Tanzgruppen befreundeter Karnevalsgesellschaften unter den Klängen der Kapelle Hardy von den Driesch von allen Seiten durch alle Türen in den Börsensaal einzogen und den Saal in einen karnevalistischen Taumel der Begeisterung versetzte. In diesem Rahmen sang Ludwig Sebus erstmalig den „Schnüsse-Tring-Gesellschaftsmarsch“, den er seiner KG zum Geburtstag schenkte. Der nicht enden wollende Beifall bewies, daß unserem Ludwig Sebus mit dieser eingehenden Melodie ein großer Wurf gelungen war. Am Rande sei vermerkt: Der Vorstand hatte auf den Einladungen zum Jubiläumskommers gebeten, nach Möglichkeit in der Garderobe der Jahrhundertwende (1901) zu erscheinen. Die Erfüllung dieser Bitte war nicht leicht und teilweise mit beträchtlichem Aufwand verbunden. Doch spricht für das Wohlwollen und die Treue der Mitglieder und Freunde, daß viele dieser Bitte entsprochen hatten und damit eine zusätzliche Farbenpracht mit einer entzückenden „Modenschau“ in den Börsensaal zauberten

Leider gelang es der „Schnüsse Tring“ nicht, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen. Zielstrebig hatte sie schon Jahre vorher ihren Wunsch beim Festkomitee angemeldet, im Jubiläumsjahr das Dreigestirn zu stellen. Es ist bis heute nicht ganz geklärt, wieviel dabei von dem mitgespielt hat, was man oft verächtlich oder bewundernd je nach Standpunkt des Betrachters – als „Kölschen Klüngel“ bezeichnet: Jedenfalls wurde daraus nichts.
Mit dem Abschluß der Jubiläumssession schied Willi Lautenbach als Organisationsleiter aus dem Vorstand aus und wurde durch Hermann-Josef Maassen abgelöst. Auch Willi Morant beendete seine Tätigkeit als Literat, blieb aber weiterhin als Geschäftsführer im Vorstand tätig. Die Aufgabe des Programmgestalters übernahm Dieter Kaspers, der seit einigen Jahren bereits auf die Übernahme dieser Aufgabe vorbereitet worden war. Heinz Noppen übernahm zudem das Amt des Senatspräsidenten.